Franziska Preuß ist die deutsche Biathletin aus Wasserburg am Inn, die zwischen 2013 und 2026 im Weltcup startete und mit dem Gewinn des Gesamtweltcups 2024/25 sowie dem WM-Titel in der Verfolgung ihre Karriere krönte. Elf WM-Medaillen, zwei Olympia-Bronzemedaillen und ein Weltcup-Gesamtsieg stehen am Ende zu Buche – errungen gegen jahrelange Verletzungspech und schwere Krankheitsphasen. Im Februar 2026 beendete die gebürtige Oberbayerin nach dem Massenstart-Rennen in Mailand-Cortina ihre aktive Laufbahn.
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Franziska Preuß: Vom Leichtathletik-Talent zur Biathlon-Karriere
Eigentlich wollte die 1994 in Wasserburg am Inn geborene Sportlerin Leichtathletin werden. Den Umweg zum Biathlon verdankt sie einem Geschenk ihrer Eltern: Zum 15. Geburtstag schenkten sie ihr einen Schnupperkurs im Biathlon-Camp von Fritz Fischer – und der Trainer erkannte sofort das außergewöhnliche Talent.
Schon in ihrer zweiten Saison zählte sie zu den Landesbesten. Der internationale Durchbruch folgte rasant: Bei den Olympischen Jugend-Winterspielen 2012 in Innsbruck gewann sie drei Gold- und eine Silbermedaille und war damit die erfolgreichste Teilnehmerin des gesamten Wettbewerbs. Ein Jahr später holte sie bei der EM in Bansko die Vizemeisterschaft, bevor sie am 28. November 2013 ihr Weltcup-Debüt feierte und für die Saison 2013/14 fest in den DSV-Kader berufen wurde.
Der steinige Weg an die Weltspitze
Der Aufstieg verlief selten geradlinig. Bereits in ihren ersten Jahren an der Spitze plagten die Athletin vom SC Haag wiederholt Verletzungen und gesundheitliche Rückschläge, die ihre Form immer wieder ausbremsten. Ihre erste große Einzelmedaille bei einer Weltmeisterschaft gelang ihr 2015 in Kontiolahti mit Gold in der Staffel – da war sie erst 21 Jahre alt.
Danach folgten Jahre mit Höhen und Tiefen. Erst in der Saison 2020/21 etablierte sie sich mit Platz drei im Gesamtweltcup endgültig in der absoluten Weltspitze des Biathlons.
Rückschläge und Wendepunkte
Vor der Heim-WM 2023 in Oberhof musste die Bayerin ihre Saison vorzeitig abbrechen – einer der schwersten Rückschläge ihrer Laufbahn. Statt aufzugeben, nutzte sie eine Auszeit in Thailand, um mental und körperlich neu anzusetzen. „Es ist in meinem Charakter, nicht aufzugeben“, brachte sie ihre Einstellung damals auf den Punkt. Diese Widerstandskraft sollte sich wenige Jahre später auszahlen.
Die Krönung: Karriere-Höhepunkt bei der WM 2025 in Lenzerheide
Im Februar 2025 schloss sich für die Sportlerin ein Kreis, den viele im Biathlon-Zirkus als „Full Circle Moment“ bezeichneten. Bei der Weltmeisterschaft in Lenzerheide komplettierte sie mit Gold in der Verfolgung ihren persönlichen Medaillensatz – fehlerfrei und mit 39,1 Sekunden Vorsprung, dem besten Rennen ihrer Karriere.
| Disziplin | Platzierung | WM 2025 Lenzerheide |
|---|---|---|
| Verfolgung | Gold | Erste individuelle Einzelmedaille |
| Sprint | Silber | Dritte Medaille der WM |
| Mixed-Staffel | Bronze | Teamerfolg |
| Single-Mixed-Staffel | Bronze | Teamerfolg |
Wenige Wochen später setzte sie mit dem Sieg im Gesamtweltcup 2024/25 den endgültigen Höhepunkt ihrer Laufbahn – ergänzt durch die Titel im Massenstart- und im Sprintweltcup derselben Saison. Über ihre gesamte Karriere hinweg sammelte die Athletin elf WM-Medaillen sowie zwei erste, sechs zweite und drei dritte Plätze allein im Massenstart-Weltcup.
Olympische Spiele und das Karriereende in Mailand-Cortina 2026
Vier Winterspiele säumen die Laufbahn der Biathletin: Sotschi 2014, Pyeongchang 2018, Peking 2022 und Mailand-Cortina 2026. In Peking gewann sie mit Vanessa Hinz und Vanessa Voigt Bronze in der Damenstaffel – ihre erste olympische Medaille. Bei ihrem letzten Auftritt in Italien legte sie mit Bronze in der Mixed-Staffel noch eine zweite olympische Medaille nach, bevor sie im abschließenden Massenstart-Rennen gemeinsam mit der Italienerin Dorothea Wierer aus dem Profisport verschwand.
Eine Einzelmedaille bei Olympischen Spielen blieb ihr trotz allem verwehrt – der einzige große Titel, der in ihrer beeindruckenden Sammlung fehlt. Kurz nach dem Rücktritt wechselte sie bereits die Perspektive: Als Expertin kommentierte sie für die ARD Rennen der Jugend- und Junioren-Weltmeisterschaft am Großen Arber.
Steckbrief: Die wichtigsten Fakten
Geburtsdatum: 11. März 1994
Geburtsort: Wasserburg am Inn, Bayern
Größe/Gewicht: 173 cm / 60 kg
Verein: SC Haag
Beruf: Ausbildung zur Zollwachtmeisterin, Mitglied des Zoll-Ski-Teams
Karrierespanne im Weltcup: 2013–2026
Partner: Biathlet Simon Schempp, seit 2015 ein Paar
Neben dem Leistungssport absolvierte die gebürtige Wasserburgerin ihr Fachabitur und eine Ausbildung im Zolldienst – eine Doppelbelastung, die im deutschen Spitzensport keine Seltenheit ist, aber ihre Disziplin unterstreicht.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Wann hat Franziska Preuß ihre Karriere beendet?
Franziska Preuß beendete ihre aktive Karriere am 21. Februar 2026 direkt nach dem Massenstart-Rennen bei den Olympischen Winterspielen in Mailand-Cortina.
Welche größten Erfolge hat Franziska Preuß erreicht?
Ihre größten Erfolge sind der Sieg im Gesamtweltcup der Saison 2024/25, der WM-Titel in der Verfolgung 2025 sowie insgesamt elf WM-Medaillen und zwei Bronzemedaillen bei Olympischen Spielen.
Woher kommt Franziska Preuß und wo hat sie trainiert?
Franziska Preuß wurde in Wasserburg am Inn geboren und startet für den SC Haag; trainiert hat sie am Bundesstützpunkt Ruhpolding im Rahmen des Deutschen Skiverbandes.
Ist Franziska Preuß mit einem anderen Biathleten zusammen?
Ja, Franziska Preuß ist seit 2015 mit ihrem Biathlon-Kollegen Simon Schempp zusammen.
Mehr lesen: Kai Pflaume
